einzigartig. vielfältig.

Alles nur Käse auf der Eigeralp.

ERLEBNIS – Schaukäsen mit Älplerfrühstück.
Grindelwald
Die Kuh ist wach. Los geht's. Unser Ziel ist die Eigeralp. Wir als «moderne Sennen» nehmen da natürlich den Bus. Um zu laufen, ist es dann doch ein bisschen zu früh. Wir müssen ja nicht gleich überbeissen... der Tag ist noch lang.
Grindelwaldbus

Viel Platz für den Gegenverkehr bleibt hier definitiv nicht. Gut, für unübersichtliche Stellen gibt es ja noch das bekannte Horn. TüTaTo…

Grindelwaldbus

Zugegeben, wir sind beeindruckt: Der Chauffeur von Grindelwaldbus steuert sicher und gekonnt der Sonne entgegen. Zentimeterarbeit.

Grindelwaldbus

Der Weg ist versperrt. Was wird hier wohl «gefangen» gehalten?

Nächster Halt: Eigeralp

Bei dem Ausblick sind wir schon früh am Morgen sprachlos.

Hier oben frischen wir sogar noch unser Wissen in Geschichte auf.

In Grindelwald ist die Nutzung der Alpwiesen Anfang des 15. Jahrhunderts erstmals schriftlich dokumentiert. Das Senntum «Eigeralp» ist Teil der Alpgenossenschaft Bussalp bei Grindelwald. Das Gebiet der Bussalp ist rund 450 Hektaren gross und liegt auf einer Höhe von 1600 bis 2200 Metern.

Bussalp

Die Dächer und einige Aussenwände sind immer noch mit klassischen Holzschindeln gedeckt. Die Hütten wurden 1892 gebaut. Der Käsespeicher stammt sogar aus dem 17. Jahrhundert. Das moderne Zeitalter macht hier allem Anschein nach eine Auszeit.

Direkt unter den Augen des Faulhorns liegt das «Hauptgebäude» der Eigeralp. Für uns ist es früh am Morgen, doch hier herrscht schon reger Betrieb. Eigentlich ist in diesem Gebäude immer etwas los. Dauerbetrieb.

Eine ganz schön romantische Übernachtungsmöglichkeit – die haben wir doch gleich auf unsere «Bucket-List» gepackt.

Welche Seite des Stadels ist hier wohl mehr der Sonne ausgesetzt?

Michael Utecht,
Senn auf der Eigeralp

«Je nach Graswuchs ziehen wir im Frühsommer von einer Alpütte zur nächst höheren und ab September wieder zurück. Vom Oberläger ins Mittelläger ins Unterläger. Dieses Nomadenleben ist von harter körperlicher Arbeit und wenig Komfort geprägt – aber auch von Naturspektakeln und intensiven Erlebnissen.»
Zahlen und Fakten
150
Milchkühe und 130 Rinder, einige Kälber, Geissen sowie Hühner sind auf der Bussalp während den Sommermonaten zu Hause.
Eigeralp_Glocken

Von Kühen und Glocken...

Jede Kuh soll ihre eigene Glocke am Klang erkennen. Das ist mal eine Aussage. Da verlangen wir doch gleich eine Demonstration - und tatsächlich kommt nach dem Läuten eine Kuh angetrabt. Das ist natürlich absolut kein Zufall, sondern vielmehr faszinierend.

...und einem Hahn.

Es kann nur einen geben: Louis XVI - der heimliche Kommandant der Alp. Obwohl er nicht pfeifen kann, tanzt dennoch alles nach seinem... äh Schnabel. Da haben zumindest die «armen» Hühner keine Wahl. Denn nicht selten führt er sich auf wie ein kleiner Napoleon. Nur dass der «Eigeralp-Napoleon» viel zu amüsant ist, um ihn auf die Insel Elba zu verbannen.

Hahn

Dres Michel,
Senn auf der Eigeralp

«Unseren Rohmilch-Alpkäse produzieren wir nach altem Rezept in einem grossen Kessel über der offenen Feuerstelle.»
Käser
Käsespeicher

Die Eigeralp mit ihren Bewohnern haben wir nun kennengelernt. Jetzt schreiten wir an die Arbeit – oder besser gesagt: Ans Beobachten der traditionellen Kunst der Käseherstellung.

Die würzigen Kräuter der Alpwiesen geben dem Käse ein einzigartiges Aroma, an dem sich mittlerweile auch Feinschmecker bis hin nach Paris erfreuen. Das können wir bestätigen. Der Käse schmeckt wirklich ziemlich gut. Ausserdem wird die Milch zu Mutschli, Ziger, Raclettekäse und Alpbutter verarbeitet.
Damit aber noch nicht genug. Wir haben ja vorhin von Dauerbetrieb gesprochen. Täglich wird zusätzlich noch frisches Brot gebacken, das mit Alpbutter, verschiedenen Käsesorten, selbstgemachten Konfitüren, Joghurt, Kaffee, Tee und frischer Milch zu einem Älplerfrühstück verwandelt werden kann.

So wird's gemacht.

Mit grossen Geschick holt Dres Michel den Käse aus dem Kessel – so wird’s gemacht und nicht anders. Gute alte Schule…

Schaukäsen

Ist da wohl jemand skeptisch? Die spinnen die Einheimischen.

Schaukäsen

Scheint aber geschmeckt zu haben. Das Trinken des «Schlucks» ist eine alte Tradition in der Schweiz.

Schaukäsen

Natürlich dürfen auch wir als «moderne Sennen» mal ran. Sieht dann doch ein bisschen einfacher aus, als es in Wirklichkeit ist.

Zahlen und Fakten
30'000
Liter Milch wird von den Tieren gemolken und knapp 3 Tonnen feinen Alpkäse wird während des Alpsommers produziert.

Eine Pause haben wir uns jetzt verdient.

Nach harter körperlicher Arbeit - zumindest für die richtigen Sennen - ist es Zeit für ein ausgedehntes Älplerfrühstück. Natürlich ist alles hausgemacht. Finsteraarhorn, Schreckhorn und der Eiger wünschen einen guten Appetit.

Älplerfrühstück

Verdauungsspaziergang zum Bachalpsee

Der Bus wartet bereits. Optional können wir natürlich noch hoch zum Bachalpsee wandern – oder den Damengipfel besteigen. Das Älplerfrühstück wäre mit dieser Tat dann auch verdaut.

Weiterführende Informationen

Schaukäsen auf der Eigeralp

Mehr Informationen

Fotos: Jungfrau Region
Story: André Wellig
Sommer 2017

Kontakt

Grindelwald Tourismus

Dorfstrasse 110
Postfach 124
CH-3818 Grindelwald

Tel. +41 33 854 12 12
Fax +41 33 854 12 10

info@grindelwald.swiss